BELA

zurück zur ganzen Family

Aufgewachsen in München, kam BELA früh mit Musik in Berührung. Sein Vater brachte sie ganz selbstverständlich ins Haus – als etwas Alltägliches, das dazugehört. Bereits mit 16 begann er, intensiv Musik zu machen, verbrachte viel Zeit in Studios und arbeitete früh mit namhaften Künstler:innen an deren Songs. Lange stand BELA dabei nicht im Mittelpunkt, sondern beobachtete, lernte und hörte zu. Er half dabei, fremde Geschichten musikalisch umzusetzen – und stellte die eigenen zurück. Mit der Zeit wurde ihm klar, dass sich darin zwar seine Stimme formte, ihr aber noch der richtige Raum fehlte. Erst dieser Moment führte zur Entscheidung, ein eigenes Projekt zu beginnen: nicht als Bruch mit dem Vergangenen, sondern als logische Fortsetzung.

Lange Zeit hat BELA genau diesen Raum vermisst. Er machte Musik für andere, konzentrierte sich auf ihre Geschichten – und stellte die eigenen zurück. Irgendwann wurde klar, dass da Dinge in ihm lagen, die erzählt werden wollten: von Trennungen, von Selbstzweifeln, vom Wunsch, für jemanden genug zu sein. Nicht gefiltert, nicht gebaut, sondern so direkt, wie man es sonst nur denkt, aber selten ausspricht.
»In meiner Musik sage ich Dinge mit einer Direktheit und Ehrlichkeit, die man so vielleicht nicht in einem Gespräch sagen würde«, sagt BELA. »Aber sie kommen immer vom Herzen – und genau darum geht es mir.«

Diese Direktheit prägt auch seine Single »Herz«. »›Herz‹ erzählt von meiner Erfahrung, mich in jemanden zu verlieben, der aus einer ganz anderen Welt kommt als ich«, erklärt BELA. »Sie kennt Sicherheit, Leichtigkeit und Möglichkeiten, während mich Zweifel, Chaos und das Gefühl begleiten, nie ganz zu genügen. Dieser Unterschied hat mir Angst gemacht – die Angst, in ihrer scheinbar perfekten Welt keinen Platz zu haben. Trotzdem wollte ich den Abstand nicht akzeptieren. Also habe ich mein Herz geöffnet und alles gegeben, in der Hoffnung, dass genau das reicht.«

Mit dieser Offenheit ging auch eine neue Aufmerksamkeit für sich selbst einher. Über Jahre hinweg versuchte BELA, allem gerecht zu werden – den Erwartungen anderer ebenso wie den eigenen Ansprüchen. Im vergangenen Jahr zeigte sich dieser innere Druck auch körperlich: BELA verlor durch die Autoimmunerkrankung Alopecia universalis seine Haare. Er macht daraus keine große Erzählung. Für ihn ist es Teil desselben Weges, auf dem er gelernt hat, genauer hinzusehen: auf sich, auf Grenzen, auf das, was ihm guttut. Seine Musik ist seitdem weniger ein Ventil als ein Angebot – für Nähe, für Zugehörigkeit, für ein Gefühl von Halt.

Dass BELA mit »Herz« am deutschen ESC-Vorentscheid teilnimmt, ist deshalb mehr als ein Wettbewerbsmoment. Es ist die Einladung, ein sehr persönliches Projekt auf eine große Bühne zu tragen – ohne sich dafür zu verbiegen. Entstanden ist der Song gemeinsam mit Jonas Mengler und Chris Cronauer, die für eingängige Melodien und internationale Pop-Standards stehen. Doch bei aller handwerklichen Präzision bleibt BELA im Zentrum: als Stimme, die nicht erklären will, sondern berührt.

BELA steht für einen modernen, deutschsprachigen Pop, der tanzbar ist, ohne oberflächlich zu sein – und emotional, ohne sich zu verlieren. Musik, die nicht laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern bleibt. »Wenn meine Songs Menschen ein bisschen Hoffnung geben oder ihnen das Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln«, sagt BELA, »dann haben sie genau das erreicht, was ich mir wünsche.« Musik, die sich anfühlt wie ein Gedanke, der sich festsetzt. Oder wie ein Gefühl, das sich ein kleines bisschen nach zuhause anfühlt.